4/22/2006

Old Friends Long Gone

Vor fast einem Jahr (der Geburtstag rückt näher) habe ich hier die gewagte These aufgestellt, dass Star Trek leider tot ist. ["Gewagt" natürlich nur für Freunde des Franchises, alle übrigen wird es kaum jucken - deshalb ist es ja tot.] Jedenfalls habe ich eben das T-Shirt zum Zeitgeist entdeckt, mit dem meine These wohl leider als im kollektiven kulturellen Archiv zementiert durchgehen dürfte:
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4/09/2006

Urzeitkrebse - Das Experiment : Psychic Lenin 4

Ich wusste, dass Lenin irgendwann zurückgekrochen kommen würde, und hatte mir fest vorgenommen, in diesem Falle hart zu bleiben, und wenn Elvis sich tausend mal langweilte. Doch als Lenin schließlich gestern vor der Tür stand, wurde ich dann doch schwach. Seine Augen waren tränenunterlaufen, seine ektoplasmatische Gestalt hatte einen leichten Grünstich, und auch seiner Argumentation ("Ich bin vielleicht ein Geist, aber die, die sind besessen!") konnte ich mich nur schwerlich verschließen. Also ließ ich ihn wieder einziehen. Während die Wohnung sich mit dem wohligen Duft frischgebackenen Apfelkuchens füllte und Lenin große Mühe an den Tag legte, die Schrittgeräusche so leise wie möglich zu halten, erlag ich für 30 Minuten dem Eindruck, diesmal könnte es wirklich funktionieren, ja begann mir sogar Vorwürfe zu machen. Hatte ich neulich nicht überreagiert? War es wirklich angemessen gewesen, ihn rauszuschmeissen und zu meiner alten WG zu schicken? Wie gesagt, es dauerte genau eine halbe Stunde. Dann fielen die ersten Gäste in meine Wohnung ein, und Elvis teilte mir verschmitzt lächelnd mit, er habe zur Feier des Tages eine "ganz spontane Willkommensparty organisiert". Und ob es mir etwas ausmachen würde, in der Küche weiter zu arbeiten, während sie im Wohnzimmer ein bisschen feiern. Alle waren sie gekommen, Jim Morrison, Falco, Lady Di, die Mördermumie, Hui Buh und Herr Riebmann. Ich hörte mich noch sagen "OK aber haltet es schön flach und macht keinen Ärger", da vernahm ich auch schon ein platschendes Geräusch und sah wie sich meine Urzeitkrebse über den Parkettboden ergossen und jämmerlich verreckten. Lenin hatte seinen berühmten "Ohne Hände" Trick gezeigt, das Plastiktütenaquarium war mit dem frei schwebenden Fernseher kollidiert und auf dem Boden zerplatzt. "Mann Lenin!", schrie ich, "Entwickel mal Hemmungen!" Ich hab sie alle rausgeschmissen, alle, auch Elvis. Ich werde versuchen, die Krebse zu trocknen und neu schlüpfen zu lassen, aber viele Hoffnungen mach ich mir nicht.

4/04/2006

Urzeitkrebse - Das Experiment: It´s alive Igor!

Freudig gebe ich bekannt, dass kein Zweifel mehr möglich ist und begrüße auf dem Erdenrund (bzw in meinem Plastiktütenaquarium) die neue Generation der Urzeitkrebse: Welcome Lars, Edwin, Horst, Malte, Gernot, Chandler, Emma, Lolle, Frieda und Liv!

4/03/2006

Urzeitkrebse - Das Experiment: Evolution

Ich bin mir sicher, dass eines der Krebsjungen/Algenblättchen/Staubpartikelchen angefangen hat, sich eigentständig zu bewegen. Im Prinzip wäre ich ja auch zufrieden, wenn sich da gerade eine neue, mobile Algenform entwickelt. Ich nenne ihn Lars.

Erste Hilfe

Dieses Wochenende sollte ich also einen Erste-Hilfe-Kurs machen. Darauf bestand mein Arbeitgeber, denn der alte war schon viel zu lange her. Nämlich dreineinhalb Jahre. Drei wären ja ok gewesen, aber dreieinhalb, „da kann ich leider nichts machen, Herr...“. Nun gut, denke ich, immerhin wird dieser Kurs im Gegensatz zu dem letzten konkret an die Bedürfnisse meines Berufs angelehnt sein, so dass ich mich zumindest spezialisieren kann und die Zeit nicht völlig unnütz vergeude. Am ersten Kurstag jedoch kommt der etwas überforderte Kursleiter, Kumpeltyp, rein und fragt erst mal in die Runde, wer wir eigentlich seien. Moment, sage ich, ich denke der Kurs sei genau auf uns zugeschnitten. Ist er aber nicht, sorry.

Wirklich gerissen ist mir der Geduldsfaden aber, als der Kursleiter anfing, die Sache pädagogisch wertvoll aufzuziehen. Also anstatt „die Fakten vermitteln und fertig“ wählte er die Methode des freien Assoziierens und Erzählens von eigenen Erfahrungen, um diese dann nach ausführlichen Unterrichtsgesprächen auf seine Folien zu beziehen. OK. Das ist wahrscheinlich nicht mal falsch gewesen, aber an diesem Tag zu dieser Stunde dachte ich, ich drehe durch.

Natürlich war auch wieder das gesamte Personal, das einen echten Erste-Hilfe-Kurs konstituiert, vorhanden. Der kleine vorgebildete mit Brille, der unter Verwendung von Fachbegriffen die Kursinhalte zu erweitern versucht. Die kritische Jungintelektuelle, die alle 30 Minuten bestimmte Inhalte kritisch hinterfragt. Die klemmige, gemütliche Grundschullehrerin, die es so unfassbar witzig findet, eine Gummipuppe zu beatmen, dass sie vor lauter Lachen nicht mehr zum Luftholen kommt. Der Held, der schon diverse Menschen unter Einsatz seines Lebens aus tödlicher Gefahr rettete, und zwar in Situationen, in die er zufällig hineinstolperte und wo ein weniger heroischer Mensch vielleicht weggesehen hätte. Und natürlich der kleine Arsch, der sich all das ansieht und hinterher auf seinen Blog schreibt.

Und so nahm das Verhängnis seinen Lauf.

Ausbilder: „Waren Sie schon mal in einer Ersthelfer-Situation?“
Held: „Ich habe einen Menschen, der sich das Leben nehmen wollte, im letzten Moment von den Gleisen gezogen.“ [anerkennende Blicke und zustimmendes Raunen der Kursteilnehmer]
Ich: „Ich habe mal gesehen, wie sich ein Selbstmörder umentschieden hatte und schnell von den Gleisen wegkommen wollte; da hab ich ihn festgebunden.“ [Stille. Unsichere Blicke der Kursteilnehmer, z.T. Abscheu]

Wieder ein Wochenende dahin, aber falls ich die Tage ein Unfallopfer im Graben finde, werde ich noch effizienter helfen können als zuvor. Auch wenn´s der Held ist.

3/28/2006

Urzeitkrebse - Das Experiment: Schrödingers Katze

Die Urzeitkrebse sind geschlüpft. Vielleicht. So genau kann man das leider gar nicht sagen, insofern hat sich nichts gegenüber früher geändert. Denn die kleinen, transparenten Blättchen, die teilweise durchs Wasser treiben, könnten Krebse sein - könnten aber auch einfach Staubpartikel sein, die ins Wasser gefallen sind. Oder kleine Algenbröckchen. Gewissheit könnte ein Elektronenmikroskop verschaffen, aber da ich ein solches nicht besitze, muss ich wohl oder übel noch etwas warten, bis die Kleinen etwas größer werden. Wenn sie denn überhaupt da sind. Je nachdem wie sich die Tatsache, dass das Aquarium unter ständiger Beobachtung steht, auf die Realität des Inhalts auswirkt.

3/24/2006

Urzeitkrebse - Das Experiment Tag 3

Nach 48 Stunden habe ich heute morgen die Krebseier eingerührt und das Aquarium auf die Heizung gestellt. Bisher tut sich nichts, aber laut Packungsbeilage kann es bis zu drei Tage dauern, bis die ersten Urzeitkrebse schlüpfen und damit anfangen, sich Häuser zu bauen, eine Industrie zu entwickeln und Religionskriege zu beginnen.

3/21/2006

Urzeitkrebse - Das Experiment

Im letzten August war an dieser Stelle von der Rückkehr des coolsten Magazins der Welt - Yps mit Gimmick - an die Kioske die Rede. Es schien bei dieser einen Ausgabe zu bleiben, die als Testballon konzipiert war und keine weiteren nach sich zog. Inzwischen aber scheinen die Leute vom Ehapa Verlag die Verkaufszahlen neu bewertet zu haben, und so gibt es seit März diesen Jahres wieder eine neue, fortlaufende Yps-Reihe. Und das beste ist: Sie haben gleich zu Beginn das legendärste Gimmick reingenommen, das sie je am Start hatten - Die Urzeitkrebse!
 
Praktischerweise haben sie diesmal auch gleich noch ein Aquarium dazugepackt. Heute habe ich dann am Kiosk zugeschlagen und werde nun das Experiment öffentlich machen. Ab heute züchte ich Urzeitkrebse! Als erstes gilt es, das Wasser aufzusetzen und 48 Stunden stehen zu lassen. Zuletzt habe ich das vor etwa 20 Jahren probiert, zweimal. Beim ersten Mal haben sie ca. 2 Stunden gelebt, beim zweiten Mal sind sie gar nicht erst geschlüpft. Wetten werden entgegengenommen. Posted by Picasa

2/26/2006

A History Of Violence

Unlängst habe ich im Kino einen der besten Filme seit langer Zeit gesehen: "A History Of Violence". Wie so viele Filme in letzter Zeit basiert der Film auf einem Comic, oder besser: auf einer Graphic Novel, die allerdings so ziemlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit veröffentlicht wurde.

 

In dem Film geht es um den Coffee Shop Wirt Tom, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Denn eines Tages, nachdem er unfreiwillig zum Local Hero und damit zum Medienliebling wird, werden einige düstere Gestalten auf ihn aufmerksam, die noch eine Rechnung mit ihm offen haben: Der Mob von Philadelphia. Einst nämlich war der Mann nicht Tom, sondern Joey, ein skrupelloser Killer. Doch davon weiß niemand etwas, nicht einmal seine Frau oder seine beiden Kinder, die er aufrichtig liebt. Denn der Killer hat sich selbst getötet - er hat vor vielen Jahren Schluss mit seiner Vergangenheit gemacht und sich ein neues Leben aufgebaut.

Nun aber holt ihn seine Vergangenheit auf brutale Weise ein, und am Ende der Geschehnisse hat er seine Familie zwar von der physischen Gefahr bewahrt, doch seine wahre (?) Identität liegt nun offen.

Doch was ist eigentlich seine wahre Identität? Was ist Identität überhaupt und was ist Schuld? Das ist es, worim es in History eigentlich geht. Tom erklärt seiner Frau, dass er Joey getötet hat. Er ist damals in die Wüste gegangen und brachte sich um, um als neuer Mensch wiedergeboren zu werden - er ging als Joey und kehrte als Tom zurück.

Die eigentliche Frage ist - ist dieser Mensch Joey oder Tom? Kann Tom, offensichtlich ein neuer Mensch, zur Verantwortung gezogen werden für die Taten eines Menschen, der für seine Vergehen mit dem "Tod" bezahlt hat? Kann ein Mensch sich selbst auslöschen und neu erschaffen? Oder ist er ein gnadenloser und außerordentlich brutaler Killer, der zur Rechenschaft gezogen werden muss. Der Regisseur inszeniert die zurückkehrenden Mafiosi als mythische, übermenschliche Archetypen, mehr Engel als Mensch. Und Tom hat nur eine Möglichkeit, seine Familie zu retten: Er muss wieder zu Joey werden und seine Vergangenheit in Ordnung bringen, und zwar durch eine der größten aller Sünden, den Brudermord. Die Tragik besteht darin, dass er, um seine Familie - die Sinn und Inhalt von Toms Leben ist - zu retten, zu dem werden muss, was mit seinem Leben und seiner Familie unvereinbar ist. Und wie kann er alles, was sein Leben ausmacht, retten, wenn er all das genau dadurch verlöre? Der Film endet mit einem der überwältigendsten offenen Enden der Filmgeschichte. Posted by Picasa

1/28/2006

Psychic Lenin 3

Als ich heute wieder einmal – zum zweiten Mal innerhalb nur eines Tages – das Ectoplasma in der Küche aufwischen musste, ist mir der Kragen geplatzt. „Lenin“, sagte ich, „so geht das nicht weiter. Dass es hier überall nach Apfelkuchen duftet, ist ja ne feine Sache, aber auf diese ewige Aufwischerei und die ständigen nächtlichen Klopfgeräusche hab ich langsam echt keinen Bock mehr!“ Natürlich hat er wieder die Mitleidstour geschoben, aber diesmal ließ ich mich nicht beeindrucken. Ich stellte ihn vor die Wahl, entweder Ausziehen oder einen Exorzisten. Ich gab ihm noch die Adresse meiner alten WG, dann ist er beleidigt abgedampft. Sollen die sich doch mit ihm rumärgern, die haben wenigstens wechselnden Putzdienst und nachts rumspuken tut da sowieso immer jemand.

1/20/2006

Conspiracy Of One

Endlich finde ich die Zeit für etwas sehr naheliegendes - Einen Beitrag zu einem meiner Lieblingsthemen: Verschwörungstheorien.
Verschwörungstheorien faszinieren. Sie erklären abweichende Beobachtungen von Ereignissen, die zwar eine natürlich Folge subjektiven Welterlebens sind, aber für den Verschwörungstheoretiker zum objektiven Beweise dafür werden, dass etwas nicht stimmt mit der Welt, und zwar im großen Stil. Dieser wird ein Opfer einer natürlichen menschlichen Disposition: Der Wahrnehmung in Mustern. Der menschliche Geist ist so konstruiert, dass er permanent Muster im Geschehen um ihn herum zu erkennen versucht, um sie, eingeordnet in auf diese Weise gewonnene Schemata, besser abspeichern und verstehen zu können. Dem Verschöwrungstheoretiker wird dieses Prinzip zum Verhängnis: Im typischen Fall ein Mensch, der mit seinem eigenen Leben nicht klar kommt, eröffnet sich hier eine neue und plötzlich sinngefüllte Welt, in der Verbindungen zwischen verschiedenen realen Ereignissen enstehen, die in ihrer Komplexität von mysteriösen Fädenziehern im Hintergrund kontrolliert sein müssen - und plötzlich gehört dieser Mensch einer Elite an, einem engen Kreis von Leuten mit dem wahren Durchblick. Und so wird das Leben schlagartig erträglich: Denn all die Leute, denen es vermeintlich besser geht, sind nur Schafe, die nicht ahnen, was wirklich um sie herum geschieht. Und auch die Welt wird plötzlich - paradoxerweise angesichts der allmächtigen Verschwörung, die eigentlich Resignation und Hoffnungslosigkeit auslösen sollte - zu einem erträglicheren Ort, denn alles ist besser als die Kontrolle durch gar nichts. Die komplizierte und chaotische Welt kann nun gedeutet werden und diese Erklärungen sind einfach, verständlich und leider falsch.
Darüber hinaus sind Verschwörungstheorien natürlich auch schlicht unterhaltsam gegenüber dem langweiligen Leben.
Zu meinen absoluten Lieblings-Verschwörungstheorien zählen die Reichsdeutschen von Neuschwabenland, eng verknüpft mit der Hohle-Welt-Theorie (hier ein sehr coole Interview dazu) und die Theorie der Chemtrails. Aber das sind nur wenige von sehr vielen.
Es gibt da allerdings eine Theorie, an die ich - was immer das gemäß meinen obigen Ausführungen über mich aussagt - nach einiger Beschäftigung tatsächlich glaube: Der Selbstmord des Hackers Tron, der auch meines Erachtens kein Selbstmord war. Wir erinnern uns: In den 90ern wird der Hacker Boris F. erhängt in einem Park in Berlin gefunden, nachdem er zuvor 5 Tage verschollen war. Obwohl der Gürtel, an dem er erhängt wurde, nachweislich nicht sein eigener gewesen sein kann, obwohl er aufgrund eines selten Defekts in der räumlichen Wahrnehmung nicht in der Lage war, das knifflige Drahtgestell zu binden, und obwohl in seinem Körper unverdaute Speisereste von vor fünf Tagen gefunden wurden, wo er doch laut offiziellem Ermittlungsbericht erst am fünften Tag seines Verschwindens Selbstmord begangen haben kann, wurden die Ermittlungen boykottiert und verschleppt. Hierzu gibt es, als eine von zahlreichen Quellen, einen interessanten Artikel von der taz.

1/01/2006

Perlen der Filmgeschichte 1

Heute Abend habe ich „Troll 2“ gesehen, möglicherweise die geilste Trash-Granate aller Zeiten und dadurch auch Anlass zu dieser neuen Rubrik. Bevor Missverständnisse aufkommen: 1.Dieser Film ist keine Parodie, sondern versteht sich als genuiner, absolut ernst gemeinter Vertreter des Horror-Genres. 2.Ich bin begeistert von diesem Film.

Bei „Troll 2“ handelt es sich um die Fortsetzung eines Films namens (Überraschung) „Troll“, den ich irgendwann Anfang der 90er mal auf Video gesehen hatte und der auch schon nicht von schlechten Eltern war. Aber was war das schon gegen diesen Film!

„Troll 2“ ist unfassbar schlecht. Er ist so schlecht, dass es eigentlich keine denkbare Rechtfertigung für dessen Existenz gibt. Normale menschliche Wesen wären einfach nicht in der Lage, einen solchen Film zu produzieren und doch sehe ich die DVD hier vor mir liegen. Die Ed Wood Gesamtedition ist gegen „Troll 2“ ein Meisterwerk für Cineasten. Ich liebe diesen Film.

Der Inhalt:
Die Familie des kleinen Josh hat sich etwas besonderes zum Urlaub überlegt: Sie tauschen die Wohnung mit einer Familie aus dem amerikanischen 26-Seelen-Kaff „Nilbog“ („Nilbog“, ok? Man buchstabiert es N-I-L-B-O-G. Habt ihrs? Wenn nicht, kein Problem, Joshs Familie ist verhängnisvollerweise genauso langsam.) Das bringt uns auch schon zum ersten ganz großen Plus des Films, es kommen nämlich gar keine Trolle vor, sondern nur ein Rudel Goblins – zwergenhafte kleine Monster aus der keltischen Folklore. Diese Goblins sind also die wahren Einwohner von Nilbog, die sich lediglich als Menschen tarnen und zu ausgewählten Zeitpunkten ihre menschlichen Masken fallen lassen. Das ist cool, weil das Budget nur für drei Troll-Masken reichte, die immer und immer wieder im schnellen Wechsel gezeigt werden, wenn das Drehbuch einen Angriff der ganzen Horde (26 an der Zahl) erfordert. Die Masken sind unbeweglich und erkennbar aus Pappmaché, was den Effekt noch genialer gestaltet. Die meiste Zeit aber laufen die Goblins als Menschen herum, z.B. Als Sheriff „Gene Freak", der nebenher auch noch der Gemeindeprediger ist und in seinen Preidgten ausschließlich das „Symbol der Erbsünde“, Fleisch, thematisiert. (Gene: „Flesh! And by flesh, I mean all that stinking, disgusting meat!“ - Versammlung: „Bäh!“ - Gene: „Hamburgers, steaks that stink! Sausages and hot dogs!“ - Versammlung: „Ugh!“). Warum er das tut? Nun, die Goblins sind Vegetarier. Und das führt uns zu ihrem diabolischen Plan: Immer wieder locken sie Familien in ihr Dorf, um sie durch verzaubertes Essen in lebendes Gemüse zu verwandeln und sie danach zu verschlingen! Angeführt werden die Goblins von der mehrere Jahrtausende alten Druidin Creedence, die so unglaublich schlecht und überdreht schausspielert, dass William Shatner dagegen zum Shakespeare-Mimen wird. (Trotzdem stiehlt ihr die Schauspielerin von Joshs zickiger Schwester Holly locker die Show.)

Doch mit Josh hat die Familie, ohne es zu ahnen, ein As im Ärmel. Der nämlich steht in regem Kontakt zu seinem unlängst verstorbenen Großvater, der ihn vor der großen Gefahr warnt, in der seine Famile schwebt. Obwohl der Großvater Josh erklärt, dass dieser auf sich allein gestellt sei, greift er im Verlauf der Handlung immer wieder in Joshs Kampf ein, sei es mit nützlichen Tips, oder indem er mal eben für 30 Sekunden die Zeit anhält, oder nützliche Dinge wie Molotov-Cocktails aus dem Jenseits rüberschickt.

Joshs Eltern sind natürlich gegenüber den Warnungen des Kleinen und dessen Phantastereien ignorant. Das führt zu vielen unvergesslichen Szenen, z.B. wenn Josh seine Familie davor bewahrt, die vergifteten Troll-Pancakes zu Essen, in dem er auf diese drauf pinkelt. (Eine Idee seines Großvaters.)

Aber auch andere Szenen brennen sich ins Gehirn. Da ist zum Beispiel eine, in der es während einer Folge von drei Schnitten innerhalb des selben Gesprächs erst Tag, dann tiefste Nacht, dann wieder heller Tag ist. Oder die Verwandlungen der bemitleidenswerten Goblin-Opfer in lebendes Gemüse, die immer damit beginnen, dass den Betroffenen aus allen Poren Chlorophyl spritzt. Oder der arme Freund von Holly, den Creedence zu einem Wesen halb Mensch, halb Yuccapalme gemacht hat: Creedence topft ihn ein, damit er nicht weglaufen kann. Als sein Kumpel versucht, ihn aus Creedence´ Wohnung zu ziehen, zersägt die Druiden kurzerhand beide mit ihrer Motorsäge.

Am Ende kann die Familie die Goblins besiegen, indem sie deren Heiligtum, ein paar alte Steine, anfassen. Diese befinden sich in Creedences Haus und werden wiederholt als „Stonehenge“ bezeichnet.

Seht euch den diesen Film an. Er ist ab 18, aber das macht nichts. Wirklich.



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12/19/2005

Originalschlange

Wie wir alle wissen, haben die Menschen, zumindest zwei davon, mal im Paradies gelebt, bis Eva sich den falschen Apfel gepflückt hat. Sie tat das, weil die Schlange sie dazu verführt hatte. Auf zahllosen Abbildungen zu dieser Geschichte, z.B. in Kinderbibeln, sind bösartig zischelnde Boa Constrictors zu sehen, die sich um einen Ast am Baum der Erkenntnis geschlungen haben und verhalten lächeln. Als ich gestern wieder mal so ein Bild sah, ist mir etwas aufgefallen. In der Genesis steht, dass Gott die Schlange zur Strafe verflucht: „Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Erde essen dein Leben lang.“ Das heisst: Schlangen wurden erst nach dieser Sache das, was wir heute als Schlangen kennen. Wie immer die Schlangen früher ausgesehen haben, auch die, die Eva verführte, sie hatten auf jeden Fall Beine. Die Abbildungen zu dieser Geschichte müssen also revidiert werden. Hier ein Vorschlag:

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12/01/2005

Psychic Lenin 2

Kürzlich saß ich wieder mal abends zu Hause am Rechner und arbeitete an meiner Anfang 2006 erscheinenden Abhandlung über die quantenmechanischen Wechselwirkungen zwischen Schroedingers Katze und Schmidts Hund, als ich plötzlich Geräusche von Schritten aus der Küche hörte. Das war an sich nichts ungewöhnliches, da Elvis, seit er sich in meiner Wohnung versteckte, die Zimmerschlüssel hatte und kam und ging wann er wollte (versuchen Sie mal, dem King Of Rock´n´Roll was auszureden). Das verstörende jedoch war, dass ich die Küche von meiner Position aus einsehen konnte, und da war niemand, absolut niemand zu sehen. (Niemand außer Salman Rushdie, der sich aus Furcht vor islamischen Fundamentalisten derzeit in kyrogenischem Schlaf in meinem transparenten Corona-Kühlschrank befindet; und der rührt sich ja nicht.) Ich nahm mir ein Herz und stand auf. Die Schrittgeräusche verstummten unwillkürlich, aber ich spürte mit jeder Faser meines Körpers, dass ich nicht länger alleine in der Wohnung war. Zögernd betrat ich die Küche. Es duftete nach Apfelkuchen. Na toll, dachte ich. Lenin ist wieder da.

11/30/2005

Unmut

Bei Meldungen, die Deutschland bewegen, holen einschlägige Blätter und TV Magazine auch gerne mal unterstützend die Meinung des „einfachen Mannes von der Straße ein“, den sie dann bitten, sich kurz zu der Sachlage zu äußern. Dann fügt man eine Sammlung von empörten Mini-Statements der eigentlichen Nachricht an. Das wird besonders gern so gehandhabt, wenn die eigentliche Meldung schon ein paar Tage alt ist und nicht mehr allzuviel hergibt. Diese Statements entbehren oftmals nicht einer gewissen Komik. Selten haben sie mich aber so weggeblasen wie bei den aktuellen Stimmen zum "Schnee-Schock-Katastrophen-Gebiet" dass nun bereits 5 Tage ohne Strom ist. So ärgert sich Michael Jaisle (33) über die ungerechte Stromverteilung in Deutschland:
"Ich habe einen totalen Hals auf die Leute, die jetzt in ihren Schaufenstern die Weihnachtsbeleuchtung an haben. Wir frieren zu Hause, und die machen so eine Festbeleuchtung. So langsam reißt uns der Geduldsfaden."
Autohändler Günther Willbrand (43) schimpft:
"Unverständlich, dass diese Masten einfach so wegbrechen."
Und dann ist da noch Eva Erhardt (51):
"Ich musste meinen Kühlschrank ausmisten. Alles verdorben. Ich mußte Lebensmittel für 300 Euro wegwerfen."
Und eine anonyme Stimme aus dem angrenzenden Gebiet:
"Wir kochen jetzt extra nur mit einer Herdplatte, um das Netz nicht zu überlasten."

11/29/2005

Gegendarstellung

In der zuletzt veröffentlichten Ausgabe der leidlich komischen Reihe "Die Liste der Woche" hat le blog du ron fälschlicherweise behauptet, Edmund Stoiber wäre in einem früheren Leben Bauchtänzerin am Hofe des Kalifen gewesen. Hierzu stellen wir fest: Herr Stoiber war in keinem früheren Leben Bauchtänzerin am Hofe des Kalifen. Er war der Rhetoriktrainer von Cäsar.
-Adolf Kleinschmitt, Pressesprecher der CSU

11/28/2005

Streifzug durch den Zaubergarten menschlichen Auswurfs

Ich bin zur Zeit ziemlich erkältet. Es ist wirklich interessant, sich mal die Zeit zu nehmen und die verschiedenen Stadien körperlichen Auswurfs zu beobachten. Es beginnt ja immer mit sehr klarem Fließschnupfen. Der heisst so, weil er sehr dünnflüssig ist und nicht stockt. Da kann man sich eigentlich gleich ein Tempo unter die Nase binden, oder, wie ich, zwei Tampons in die Nasenlöcher stecken und gelegentlich auswringen. In der Regel ändert sich dann die Konsistenz des Nasensekrets nach den ersten 24 Stunden, so dass man am zweiten Tag von „stockendem“ Schnupfen reden kann. Die Nasenschleimhäute sind nun so stark geschwollen, dass das Sekret am Abfluss gehindert wird und sich langsam verdickt. Dabei kann es zu den verschiedensten Konsistenzstadien kommen, die sich aber relativ problemlos am aufgefalteten, benutzten Tempo nachvollziehen lassen. Die anfängliche Transparenz ist jetzt abgelöst durch einen satten beigefarbenen Ton, der, je nach Konsistenz, auch mal bis ins grünliche verschoben werden kann, und nicht selten kleine Bröckchen fester Substanz aufweist, die zuvor bereits am Naseneingang zu verkrusten begonnen hatten. Manchmal kann es in diesem Stadium helfen, das Sekret nicht durch die Nasenlöcher auszustoßen, sondern direkt aus den Nebenhöhlen in den Rachen zu ziehen und zu schlucken. Dabei verfängt sich natürlich immer eine gewisse Restmenge am Gaumenzäpfchen. Klingt der Stockschnupfen schließlich ab, ist der Infekt in der Regel zu den Bronchien gewandert (ab dem 3.-4. Tag) und hat zu Schleimbildung geführt. Dieser Schleim kann wiederum die verschiedensten Erscheinungsformen annehmen, die sich, beim Abhusten, teils am Geschmack, immer aber am äußeren Erscheinungsbild unterscheiden lassen. Im Zweifelsfall ist es hier praktisch, erst mal mit offenem Mund in die Handfläche zu husten. Bronchialschleim unterscheidet sich in der Faserigkeit und in der häufigeren Verschienbung hin zum gelblichen bzw., bei trockener Luft, bräunlichen, von Sekret der nasalen Schleimhäute. Geschmacklich korrespondieren jedoch beide mit einer Verschiebung zum süßlichen hin, analog zur Zunahme der Zähflüssigkeit. Es sei denn, es ist Blut dabei.

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11/27/2005

Psychic Lenin

Im Museum für den sowjetischen Staatsgründer Lenin (1870-1924), das sich in dessen ehemaliger Wohnung in Samara an der Wolga befindet, hat es laut dem pragmatischen Personal vor kurzem angefangen zu spuken. Ein Geist geht um, und obwohl es niemand explizit ausspricht, ist doch allen ziemlich klar, dass nur einer hinter der ektoplasmischen Präsenz stecken kann: Lenin persönlich. Museumsdirektorin Maja Obraszowa sagte der Agentur Interfax, dass immer wieder rätselhafte Geräusche von Schritten zu hören seien. "Einmal fanden wir morgens ein benutztes Bett in Lenins Zimmer vor, obwohl nachts die Tür verschlossen war", beteuert sie. Das verstörendste aber: Im ganzen Museum "riecht es manchmal nach frischem Apfelkuchen, der Leibspeise Lenins." Schockieren tut das allerdings weder sie noch ihr Personal: "In jedem alten Haus sollte es Gespenster geben. Wir sind mit unseren befreundet und fürchten sie nicht." Lenins Körper liegt schon seit 1924 einbalsamiert in dem Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau. Möglich, dass ihn das in letzter Zeit ein bisschen nervt.

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10/16/2005

Der Himmel fällt uns auf den Kopf

Seit dem 14.10. gibt es einen neuen Asterix-Band: „Gallien in Gefahr“. Der Band wurde mit der üblichen Geheimhaltung produziert und entsprechend gespannt erwartet. Jetzt ist er erschienen, und natürlich hab ich ihn mir sofort bei Minimal gezogen. Doch ihn zu lesen, hat mich dann doch ziemlich verstört. Für diesen Comic kann es nur eine Erklärung geben: Uderzo hat eine Wette verloren. Wenn Miraculix in Asterix #33 sagt: "Nein, Asterix! Das muss ein Albtraum sein!", dann beschreibt das die gesamte Geschichte absolut passend.

Asterix bekommt es nämlich diesmal weder mit Römern, noch mit Normannen, Goten, Schweizern oder Syrern zu tun, sondern mit Außerirdischen.

Doch.

Abgesandte einer Föderation friedlicher Planeten landen im gallischen Dorf und interessieren sich für den Zaubertrank. Kurz darauf geben sich auch deren Erzfeinde ein Stelldichein: Sprechende Kakerlaken in Raketenschiffen. Und dann sind da noch die „Superklone“, im seltsam vertrauten blauen Dress mit rotem Cape. Es gibt auch eine waschechte Weltraumschiff-Schlacht, in die Obelix später mit einem zielsicher geworfenen Hinkelstein eingreift. Auf Seite 38 ist die Geschichte dann vorbei, aber da der Band blöderweise 48 Seiten haben muss, kommt es noch zu einer Aneinanderreihung vollkommen sinn- und zusammenhangloser Szenen, die in sehr, sehr großen Panels gestaltet werden – Uderzo musste das Heft halt noch irgendwie vollkriegen – bis dann am Ende alle das Gedächtnis verlieren und das traditionelle Bankett abhalten.


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Was hat sich Uderzo dabei bloß gedacht? Goscinny, der inzwischen verstorbene Texter von Asterix, würde sich im Grabe rumdrehen, wenn er wüßte, was sein ehemaliger Partner da für einen Brainfunk verbrochen hat. Das hier ist der mit Abstand mieseste Asterix aller Zeiten, so richtig zum Kaufen und dann Ungelesen-Ins-Regal-Stellen. Weil man halt Komplettist ist. Oder auch nicht.

9/28/2005

Arcor

Zu Arcor gewechselt. Internet geht nicht. Die Hotline angerufen.

"Guten Tag, ich habe seit gestern DSL bei Arcor, kann mich aber nicht einwählen."
"Ich überprüfe das... ja... ich seh schon... die Probleme könnten damit zusammenhängen, dass die Dämpfung der Leitungen in ihrem Wohngebiet zu hoch ist."
"Wie, zu hoch?"
"Richtwert ist 46, Sie haben 49."
"Und dann geht das nicht?"
"Doch, normal schon... aber da es in Ihrem System ja offenbar einen Fehler gibt..."
"Moment mal, soll das heißen, dass DSL hier möglicherweise gar nicht möglich ist?"
"Im schlimmsten Fall wäre das denkbar."
"Aber... aber Sie können mir doch nicht einfach ihr Produkt verkaufen, mich einen Vetrag unterschreiben lassen, und dann sagen, dass es leider nicht funktionieren wird!"
"Da bin ich jetzt auch ratlos. Ich geb ne Störungsmeldung raus."
"Ja und wann erfahr ich da was?"
"Wenn sie wieder anrufen, morgen Abend."
"Ich soll also nochmal 30 Minuten in der Warteschleife hängen und dann 24c die Minute dafür bezahlen, dass SIE mir erklären, was SIE falsch gemacht haben??"
"Ich fürchte, ja, ein Rückruf ist leider nicht möglich."
"Das kann doch wohl nicht sein!!!"
"Leider doch, es tut mir leid."
"Tollen Laden habt ihr da Jungs!"
"Ja. Gut. Ach noch was, leuchtet die Power-Anzeige an ihrem Modem?"
"An der Starterbox, ja."
"Nein, an ihrem Modem."
"...nein."
"Aber es ist doch an den Strom angeschlossen oder?"
"..."
"Hallo?"
"Ich... ich überprüfe das. Auf Wiederhörn."
 
Terror Alert Level