10/27/2008

Gespenster Geschichten - Die Rückkehr

Vor zweieinhalb Jahren musste ich leider an dieser Stelle vom Ende der legendären, supertrashigen, pädagogisch und politisch völlig unkorrekten Groschenheftchencomicserie "Gespenster Geschichten" vom Bastei Verlag berichten. Da sich der Bastei-Verlag aber nun scheinbar gänzlich aus dem Comicgeschäft zurückgezogen hat und damit wohl so einige Copyrights freiwurden, sind sie nun, ja wirklich, zurückgekehrt! Die Gespenster Geschichten sind wieder da! Herausgegeben vom Tigerpress Verlag, der unlängst auch versuchte, Fix & Foxi wiederzubeleben. Heute sprang mir das neue Gespenster-Geschichten-Heft am Tankenkiosk entgegen, als ich nach der Bild Süddeutschen suchte. Ich griff natürlich zu. Grund genug für eine Rezension. 

Wie schaut´s denn aus?
Zunächst mal fällt auf, dass das ganze Heftkonzept auf wunderbar sinnlose Weise aktualisiert wurde - d.h. alles wie früher, aber greller und grüner. Das fängt schon beim Cover an - Sonnenbrille auf - bitteschön:
Und hier noch mal zum Vergleich das Original: 

Darüber hinaus sind jetzt auch die Gutters zwischen den Panels knallbunt und es gibt einen unvermeidlichen, lausig recherchierten Magazinteil. Aber das ist ja auch wurscht. Hauptsache, die Geschichten sind wie früher. Und das sind sie - Es sind nämlich dieselben! Genau dieselben. Leidlich umgetextete Nachdrucke, um genau zu sein.

Boah... das ist ja voll schäbig.
Ja, das ist es. Aber hey - die ganze Reihe war schon vom Konzept her schäbig, das macht(e) ja gerade ihren Charme aus. Und da die Geschichten sich sowieso inhaltlich immer nur wiederholten, konnte man sich schon damals eh nie ganz sicher sein, ob man die vorliegende Story nicht schon mal gelesen hatte. 

Und wie sind die Stories so?
Gott sei Dank haben sich durch das Konzept des Nachdruckens auch all die ultimativ-trashigen, unpädagogischen, grenzdebilen Inhalte, Dialogzeilen und Versatzstücke gehalten, die die Heftchen schon damals zum Kult machten. Ungebrochen rufen die Männer "Meiner Treu" und "Arrrgh", die Frauen "Ich werde ohnmächtig" und "Jiiiii", und nach wie vor steht am Anfang ein markiger Groschenromantitel und am Ende ein wohligwarme-nostalgisches "Seltsam? Aber so steht es geschrieben...." Das ist Trash As Trash Can, und da dürfen böse Dämonen schon mal Alwin heißen, ahnungslose Vollpfosten auf fast postmoderne Weise bei der Lektüre eines Gruselcomics dahingerafft werden und Männer Dinge sagen wie "Die Frauen sind doch alle gleich... im Grunde ihres Herzens käuflich". Aber das beste ist eigentlich das Hörspiel.

Das Hörspiel? 
Ja, es liegt tatsächlich jeder Ausgabe eine Hörspiel CD bei, und zwar eine extra für das Comic produzierte Reihe namens "Malcolm Max". Darin geht es um einen unerschrockenen Dämonenjäger namens, nun, Malcolm Max, der für einen Geheimbund, nun, Dämonen jagt. Dabei hilft ihm eine umwerfend schöne Halbvampirin namens Charisma, aber da das ein Hörspiel ist, ist das mit dem "umwerfend schön" natürlich Vertrauenssache. Jedenfalls ist dieses Hörspiel so schlecht produziert und von der Geschichte her so absolut, unglaublich und allumfassend dämlich, dass es schon jetzt zu den geilsten Audiobooks gehört, die ich je, nun, gehört habe. 

Kurz gesagt: Absolute Kaufempfehlung. Das alles ist so geschmacklos, billig und verdorben, dass es man es bedenkenlos auch den Kleinsten in die Hand drücken kann. Ich meine - Hat´s mir etwa geschadet?

Ist das ne ernst gemeinte Frage?
Ja. Nee. Egal, jedenfalls: Kaufen und Spaß haben. 

4 comments:

jimmyzugpferd said...
This comment has been removed by the author.
jimmyzugpferd said...

Skywalker hat die Grenze zum Wahnsinn überschreiten. Er hat einen Tagesausflug zum Mt Everest gemacht und in einer Tour 4 6000er bestiegen. Ob man das als genial bezeichnet bleibt jedem selber überlassen.

Anonymous said...

Jaaaa ich erinnere mich... dunkel!

dfn said...

war nie ein leser dieses krams - so trashaffin war ich dann doch nie :-), aber die rezi ist mal sehr gelungen, hut ist ab !

 
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