2/26/2006

A History Of Violence

Unlängst habe ich im Kino einen der besten Filme seit langer Zeit gesehen: "A History Of Violence". Wie so viele Filme in letzter Zeit basiert der Film auf einem Comic, oder besser: auf einer Graphic Novel, die allerdings so ziemlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit veröffentlicht wurde.

 

In dem Film geht es um den Coffee Shop Wirt Tom, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Denn eines Tages, nachdem er unfreiwillig zum Local Hero und damit zum Medienliebling wird, werden einige düstere Gestalten auf ihn aufmerksam, die noch eine Rechnung mit ihm offen haben: Der Mob von Philadelphia. Einst nämlich war der Mann nicht Tom, sondern Joey, ein skrupelloser Killer. Doch davon weiß niemand etwas, nicht einmal seine Frau oder seine beiden Kinder, die er aufrichtig liebt. Denn der Killer hat sich selbst getötet - er hat vor vielen Jahren Schluss mit seiner Vergangenheit gemacht und sich ein neues Leben aufgebaut.

Nun aber holt ihn seine Vergangenheit auf brutale Weise ein, und am Ende der Geschehnisse hat er seine Familie zwar von der physischen Gefahr bewahrt, doch seine wahre (?) Identität liegt nun offen.

Doch was ist eigentlich seine wahre Identität? Was ist Identität überhaupt und was ist Schuld? Das ist es, worim es in History eigentlich geht. Tom erklärt seiner Frau, dass er Joey getötet hat. Er ist damals in die Wüste gegangen und brachte sich um, um als neuer Mensch wiedergeboren zu werden - er ging als Joey und kehrte als Tom zurück.

Die eigentliche Frage ist - ist dieser Mensch Joey oder Tom? Kann Tom, offensichtlich ein neuer Mensch, zur Verantwortung gezogen werden für die Taten eines Menschen, der für seine Vergehen mit dem "Tod" bezahlt hat? Kann ein Mensch sich selbst auslöschen und neu erschaffen? Oder ist er ein gnadenloser und außerordentlich brutaler Killer, der zur Rechenschaft gezogen werden muss. Der Regisseur inszeniert die zurückkehrenden Mafiosi als mythische, übermenschliche Archetypen, mehr Engel als Mensch. Und Tom hat nur eine Möglichkeit, seine Familie zu retten: Er muss wieder zu Joey werden und seine Vergangenheit in Ordnung bringen, und zwar durch eine der größten aller Sünden, den Brudermord. Die Tragik besteht darin, dass er, um seine Familie - die Sinn und Inhalt von Toms Leben ist - zu retten, zu dem werden muss, was mit seinem Leben und seiner Familie unvereinbar ist. Und wie kann er alles, was sein Leben ausmacht, retten, wenn er all das genau dadurch verlöre? Der Film endet mit einem der überwältigendsten offenen Enden der Filmgeschichte. Posted by Picasa

6 comments:

traui said...

Ich bin gerührt das Kartell-Logo in dieser Größe zu ehen!

Ronny said...

Ich habs mit Picasa nicht kleiner bekommen:-).

SirJonny said...

Trägst Du es auch auf Deiner Brust, wenn ich Dir'n Aufnäher beschaffe?

Ronny said...

nein.

traui said...

Habe jetzt den Comic gesehen. Ist etwas morbide am Ende, nicht wahr?

Aber trotzdem wirklich gute Zeichnungen. In meiner Erinnerung sind durch den Comic wirklich bewegte Bilder entstanden, obwohl ich den Film ja nicht gesehen habe. Danke für den Tipp!

Habe auch die Seite 227 auf meinem Blog gepostet, die mir aus anderen Gründen ins Auge fiel :-)

traui said...
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