6/26/2005

Ode an Günter Netzer

Es ist Confederations-Cup-Zeit, die Zeit, in der das wichtigste unwichtige Fußballturnier aller Zeiten ausgetragen wird. Anlass genug für eine kleine Huldigug an meine Lieblingsmoderatoren Delling und Netzer. Den Günter mag eigentlich keiner so richtig, aber dafür hat man ihm ja den Schwiegermutter-Sympathieträger Delling zur Seite gestellt.

Wenn Günter Netzer ein Fußballspiel kommentiert, ist er selten begeistert, außer von sich selbst. Er und Delling haben als Grimmepreis gekröntes (!) Moderatorenduo eine klare Arbeitsteilung: Delling ist für die Vorlagen zuständig, Netzer verwandelt sicher. "Sehen Sie das genauso, Herr Netzer?" - "Nur wenn sie das auch so sehen, Herr Delling?"

Das Leben mag unvorhersehbar und verwirrend sein, aber eins verleiht ihm Konstanz: Netzer findet immer alles blöd. "Mir gefällt an diesem Spiel ungefähr gar nichts", lautete seine differenzierte Bewertung des Halbzeitstandes von 2:2 (Deutschland : Australien) - Deutschland war zuvor zwei Mal in Führung gegangen. Nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft war Netzer dann ratlos. "Ich weiß nicht, was es ist. Heute hat mir kaum etwas gefallen."

"Das ist etwas, was ich schon sehr oft bemängelt habe“, so beginnt eine klassische Netzer-Phrase, die er beliebig fortsetzen kann. “Ballack ist selbst schuld. Overath und ich haben unsere Mitspieler zum Abgeben gezwungen." Delling kontert: „Im Zwingen waren sie schon immer gut.“ Netzer lässt so kleine Provokationen selten auf sich sitzen: "Sie werden mir immer ähnlicher, Herr Delling, an der Frisur sieht man´s ja auch schon."

Manchmal rutscht selbst Netzer so etwas wie ein Kompliment raus. Dann ist er meistens ein bisschen erschrocken. "Herr Netzer, das hört sich ja jetzt so an, als würden wir doch noch zusammenkommen." - "Machen Sie sich mal keine falschen Hoffnungen, Herr Delling."

Und wenn Netzer mal nichts zu sagen hat, dann sagt er eben nichts: Delling: "Und mehr haben Sie dazu nicht zu sagen?" - Netzer bleibt stumm.

Sie führen eine merkwürdige Beziehung, die beiden. Delling will Netzer das Du nicht anbieten, wie der Moderator der Münchner Abendzeitung sagte: "Das müsste schon er tun. Aber wenn Deutschland tatsächlich den Titel gewinnt, dann nehme ich es freudestrahlend an." Gleichzeitig war Netzer jedoch bereist Dellings Trauzeuge, als der im Mai 2003 seine Lebensgefährtin Isabelle Wagner heiratete.

Im September 2003 explodierte Rudi Völler vor laufenden Kameras, nachdem Netzer den „absoluten Tiefpunkt“ für erreicht erklärt hatte. Deutschland hatte nicht etwa verloren, sondern gegen Island 0:0 gespielt.

 Posted by Hello

3 comments:

Traui said...

die scheitelseite ist cool

Ronny said...

traui. alter falter. bist du am kölner flughafen in´nen Loch gefallen?:-)

traui said...

häh? kölner flughafen? loch?

 
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